Niedrige Preise, dafür große Gewinne

Auf die Menge kommt es an

Viele Unternehmen, vor allem in der Konsumgüter- und Textilwarenindust

rie setzen auf niedrige Preise um eine hohe Absatzmenge zu generieren. Diese angewandte Strategie nennt wird in der Geschäftswelt als Niedrigpreisstrategie bezeichnet. Es ist das Gegenstück zu der sogenannten Hochpreisstrategie, bei welcher Unternehmen durch hohe Preise auf einen Prestigestatus ihrer Waren oder Marke setzen.

Marketing mit niedrigen Preisen

Im Gegensatz zur Hochpreisstrategie, bei welcher die Zielgruppe gut eingrenzbar ist und ein Unternehmen direkt und intensiv auf diese zielen kann, ist es bei niedrigen Preisen schwieriger die einzelnen Segmente von Kunden zu filtern, da die Mehrheit der Käufer günstige Produkte bevorzugen.

Aus diesem Grund werben vor allem große Unternehmen nicht mit der Qualität der Waren, sondern mit günstigen Angeboten und anderen Vorteilen. Markenwiedererkennung und Assoziation mit dieser steht somit im Hintergrund, nur das Unternehmen an sich soll als besonders Preiswert auf dem Markt in Erinnerung bleiben. Demnach sind Werbebeiträge von Anbietern wie Lidl oder Aldi oft sehr kurz und voller Angebote. Es wirkt zuerst nach einer kurzen Reizüberflutung, jedoch sollen meist nicht die genauen Preise in den Köpfen der Käufer bleiben, sondern die allgemeine Botschaft von guten Angeboten.

Produktion und Materialkosten

Bei der Herstellung der Ware wird sich demnach auf das Nötigste konzentriert, um die Kosten gering zu halten. Ein Beispiel hierfür wäre die Produktion von Kleinwagen, bei welcher auf viele Extras verzichtet wird. Der BEP, also der Break-Even-Punkt, bei dem die Produktionskosten und die Gewinne sich genau decken, soll möglichst schnell erreicht werden und um dies zu verwirklichen muss eine hohe Menge an Gütern abgesetzt werden.

Aus diesem Grund wird diese Strategie eher von größeren Unternehmen angewandt, da kleinere nicht über die nötigen Ressourcen, wie zum Beispiel große Produktionsstätten oder eine große Kaufkraft für die essentiellen Materialien, verfügen.

Probleme können entstehen

Da die Konkurrenz bei der Anwendung dieser Strategie sehr groß ist, verlagern viele Unternehmen, vor allem in der Textilindustrie, ihre Produktionsstätten ins Ausland um Kosten zu sparen. Dort kommt es häufig vor, dass die Arbeitsbedingungen mangelhaft bis sehr schlecht sind. Dies kann ein schlechtes Licht auf das Unternehmen werfen und Verkäufe können zurückgehen.

Des Weiteren könnte die Qualität der Produkte so zurückgehen, was eine Bindung zum Kunden schwierig macht.

Fazit

Diese Strategie ist alles in allem eher eine für größere Unternehmen mit großer Kaufkraft und nötigen Reserven, da es durch die mangelnde Kundenbindung auch zu Kaufeinbrüchen durch bessere Angebote bei der Konkurrenz kommen kann.